KINDER JUGENDLICHE ERWACHSENE

EndeDer neue Anfang folgt nicht dem Ende. In der Natur, der letztendlichen Realität, von der wir ausgehen müssen, ist das Ende kein Symbol, kein Übergang, kein Zeichen der Hoffnung, sondern das Ende selbst, der Samen, der Kern in der Frucht, ist der Anfang. Das Ende ist der Anfang!

Aus dem Samen sprießt bei geeigneten Verhältnissen von Erde, Wasser und Sonne der Sprössling, der wiederum bei günstiger Witterung zur starken Pflanze heranwächst. Ein Stamm formt sich, der Äste tragen wird und der durch eine stabile Wurzel in der Erde gehalten wird. Die Äste tragen Stängel mit Blättern oder Knospen. Aus den Knospen werden wunderschöne Blüten, die uns nahrhafte Früchte spenden. Diese wiederum enthalten Samen, aus denen die Pflanze von neuem ihren Lebenslauf beginnt. Samen und Sprössling – Pflanze und Knospe – Blüte und Frucht – Samen.

Die Natur, deren Quintessenz die Entwicklung von Samen zu Frucht und wiederum zum Samen ist, hat auch uns Homo Sapiens hervorgebracht. Auch wir entwickeln uns an diesem Strang entlang.

 

DIE ÜBERGÄNGE SIND FLIEßEND

EndeWir wachsen in fortlaufenden Übergängen: wann wird das Neugeborene zum Baby, das Baby zum Kleinkind und zum Kind? Wie zart oder gewaltig der Übergang vom Kind zum Jugendlichen, wie umwälzend der vom Jugendlichen zum Erwachsenen? Wann genau ist man kein Kind mehr, wann kein Jugendlicher mehr, wann schon ein Erwachsener? Die Übergänge sind fließend.

Die Übergänge sind fließend und im selben Moment sind alle Entwicklungsphasen gleichzeitig anwesend: die kommenden, die gegenwärtigen und die vorangegangenen. In der Knospe sind schon Blütenblätter, Früchte und Samen enthalten. Im Samen befindet sich schon der Sprössling und der Baum. In der Frucht befindet sich noch die Blüte und die Knospe. Im Samen befindet sich noch die Frucht, im Sprössling noch der Samen.

Im Kind können wir den Jugendlichen, den Erwachsenen erahnen, fördern und leiten. Im Erwachsenen das Kind spüren und sehen, wie er sich um dieses Kind herumwickelt, wir können es erkennen und lieben.

In unserem Heranwachsen wünschen unerwartete Seiten unserer Seele, konstant ans Tageslicht zu sprießen. Sie möchten begleitet und unterstützt werden. Sie möchten gesehen und gefühlt werden. Unsere kostbarsten Eigenschaften auf dem Weg zu ihrem Entstehen möchten miterlebt werden. Wir selbst wissen nicht, was sich in uns verbirgt.

Ein in der Gruppe verbrachtes Wochenende, an dem man intensiv in sich hineinfühlt, an dem man über die Sinne, Vieles von außen in sich  dringen lässt, an dem über Rituale, aus dem eigenen Leben Herausbrechendes, angesprochen wird und an dem nicht zuletzt, alles Erlebte und Gefühlte in Worte, in ein Gedicht, einen Vers, einen Satz oder ein Bild gefasst wird, ist ein förderndes Klima, um Übergangsphasen im eigenen Leben zu begleiten.

 

EIN SANFTES HERANGEHEN AN DAS PROBLEM 

EndeWenn wir uns in einer Krise befinden, in Entscheidungsschwierigkeiten stecken, verwirrt und unsicher sind, einen fernen Wunsch hegen, ist ein sanftes Heranführen an das Problem angesagt. In uns hineinspüren, unseren Gefühlen folgen und alles Neuentdeckte in Worte und Wortbilder fassen und es niederschreiben, ist ein Akt der Psychohygiene. Vor dem Neuanfang wird erst ein mal, alles auf den Tisch ausgebreitet. Im Fluss des ständigen Werdens weiß niemand, was sich in uns gerade versteckt und dabei ist, sich zu entwickeln.

Die Seminarreihe WortKlangKörper widmet sich Erfahrungen, die nachts sowie tagsüber gemacht werden können.
Mit Odysseus dichten, Poetischer Herbst, Poesie und Sinne, Poesie und Ritual,
Wort Ritual Baum.